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Gedanken zum Buchrainplatz

Nachtrag:

Artikel in Planen und Bauen über den Buchrainplatz (ab Seite 10):
Mit den Bürgern im Gespräch (Danke an W.R für den Link)

Das Stadtplanungsamt hat bestätigt, das der Buchrainplatz bis zum 30.6.2012 fertiggestellt sein soll. (Info durch C.Becker vom Stadtplanungsamt 09.05.2012)

Gedanken zum Buchrainplatz

Wenn der Buchrainplatz Ende Juni 2012 – so der aktuelle Fertigstellungstermin – als Ganzes wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, dann sind gut 1½ Jahre seit dem ersten Spatenstich vergangen. 1½ Jahre können eine relativ lange Zeit sein, wenn man sich überlegt, dass eine Bauzeit von einem Jahr angedacht war.1½ Jahre können aber auch eine relativ kurze Zeit sein, wenn man bedenkt, dass die ersten Planungen für die Umgestaltung des Buchrainplatzes aus der Mitte der 1980er Jahre stammen.

Die Umgestaltung des Buchrainplatzes ist Bestandteil des Bebauungsplanes Nr. 418 – Wehrstraße/Buchrainstraße. Einige werden sich noch daran erinnern, dass vor der Fertigstellung der Wehrstraße und vor dem Bau der Unterführung der Verkehr im Zweirichtungsverkehr über die Wasserhofstraße und über einen beschrankten Bahnübergang geleitet worden ist. Dies war jedoch keine optimale Lösung.

Letztendlich wurde der Bebauungsplan Nr. 418 – Wehrstraße/Buchrainstraße aufgestellt. Dieser sieht als zentrale Punkte den Ausbau der Wehrstraße und die Umgestaltung des Buchrainplatzes vor.

Im Rahmen des Ausbaus der Wehrstraße und des Baus der Unterführung ist viel Boden versiegelt worden. Als Ausgleich für diese Versiegelung legt der Bebauungsplan 418 fest, dass der nord-östliche Straßenverlauf der Offenbacher Landstraße um den Buchrainplatz entsiegelt werden muss. Dort ist also keine Straßenverkehrsfläche mehr zulässig. Der Verkehr ist somit in beiden Richtungen über den süd-westlichen Teil der Offenbacher Landstraße zu leiten.

Mittlerweile schrieb man das Jahr 2000 und am Buchrainplatz hatte sich immer noch nicht viel verändert. Das Bündnis zwischen CDU und SPD im Frankfurter Römer war geplatzt und Frau OB Roth hatte die Dezernate neu verteilt.
StR Wentz (SPD) musste das Planungsdezernat an StR Schwarz (CDU) abgeben. Ich selbst habe mich im Rahmen meiner politischen Tätigkeit das erst Mal im Mai 2000 mit dem Thema Buchrainplatz beschäftigt. Damals war Stadtrat Schwarz im Rahmen einer Bürgersprechstunde im Depot Oberrad.

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hatte sich überlegt, dass er zur Finanzierung des Umbaus des Buchrainplatzes ein Haus auf dem heutigen Marktplatz bauen und dann verkaufen wollte. Den Bürgerinnen und Bürgern gefiel dies ganz und gar nicht und dies teilten sie bei dem Bürgergespräch auch mit. So wurden in Gesprächen mit dem zuständigen Dezernenten Lösungen erörtert. Letztendlich verzichtete die Stadt Frankfurt am Main auf die Planung des Hauses. Leider zogen sich die Planungen hin – länger als es auch der Ortsbeirat gedacht hätte.

Mittlerweile schrieb man das Jahr 2001 und es fanden die Kommunalwahlen statt. Im Ortsbeirat wartete man auf die weiteren Planungen. Schließlich waren die ersten Pläne fertig und der Ortsbeirat wurde unterrichtet. Es sollte aber noch bis nach der Kommunalwahl 2006 dauern, bis endlich erste Planungen vorstellungsreif waren. Und so wurden den Mitgliedern des Ortsbeirates im Stadtplanungsamt die Pläne gezeigt und die Gestaltung des Platzes wurde erläutert.

Seitens des Stadtplanungsamtes wurde die Frage aufgeworfen, ob der Ortsbeirat wirklich einen so großen Platz wolle oder ob man doch ein Haus auf dem jetzigen Marktplatz bauen solle. Den Marktplatz wollte man dann weiter südlich ansiedeln. Auch eine Liegewiese auf dem nordöstlichen Teil des Buchrainplatzes lehnte der Ortsbeirat ab. Es konnte sich einfach keiner vorstellen, dass die Oberräderinnen und Oberräder zum Sonnen auf den Buchrainplatz pilgern. Des Weiteren wurde zugesagt, dass der Baumbestand auf dem Buchrainplatz erhalten werden solle. Der Ortsbeirat war mit den Planungen zufrieden und man hoffte, dass 2008 mit der Umgestaltung – endlich – begonnen werden könnte.

Aber es kam wieder mal anders, als man es erwartet hatte.

Mittlerweile war nämlich die alte Tankstelle nebst dem Gebäude verschwunden und ein neuer Gebäuderiegel war entstanden. In diesem Gebäude befindet sich die Eisdiele „La Dolce Vita“. Als die Pläne ausgearbeitet worden sind, dachte man, dass ein schmaler Gehweg ausreichen würde. Nun hatte sich auf dem bestehenden breiten Gehweg die Außengastronomie der Eisdiele angesiedelt und diese sollte auch bleiben.

Also wurde Kontakt mit dem Stadtplanungsamt aufgenommen, um den Platz vor der Eisdiele auch weiterhin für die Außenbewirtung nutzen zu können. Auf dem Papier ist es kein Problem, eine Straße in Richtung Norden zu verschieben. Damit war aber auch gleichzeitig ein Verschieben der Kanalisation verbunden und ein neuer Plan musste aufgestellt werden. In diesem Zusammenhang wurde dann auch die Lage des Taxistandes, der Unterflurglascontainer und des Toilettenhäuschens erörtert.

Mittlerweile schrieb man das Jahr 2010 und die Pläne waren endlich fertig.

Doch bevor es losgehen konnte erreichte die Mitglieder des Ortsbeirates erneut eine Nachricht über die Verzögerung des Baubeginns des Buchrainplatzes. In Gesprächen wurde dem Ortsbeirat und der Bevölkerung versprochen, dass die Eingriffe in den Baumbestand so gering wie möglich gehalten werden. Nun hatte man bei Baumuntersuchungen feststellen müssen, dass die Bäume auf dem Buchrainplatz krank waren. Pilzbefall und Faulstellen ließen den Bäumen noch eine Restlebenszeit von zwei Jahren – vorausgesetzt, die würden nicht durch einen Sturm umgeweht. Nun galt es zu erörtern, ob man die Bäume erstmal erhält, den Buchrainplatz fertigstellt und die Bäume dann fällt oder ob man die Bäume erst fällt und dann im Rahmen der Umgestaltung des Buchrainplatzes Neupflanzungen vornimmt. Der Ortsbeirat hat sich dafür entschieden, die Bäume sofort fällen zu lassen. Es wäre aus finanzieller Sicht teuerer gewesen, wenn man den Buchrainplatz fertiggestellt und dann die Bäume gefällt hätte. Bei einem starken Sturm wären diese vielleicht umgeweht worden.

Mittlerweile war Ende 2010 und im November erfolgte durch StR Schwarz der Erste Spatenstich. Bis zum eigentlichen Beginn sollten aber nochmals knapp 6 Wochen ins Land gehen und so startete das Projekt „Umgestaltung der Buchrainplatzes“ Ende Dezember. Bei einer Bauzeit von einem Jahr war das Ende der Bauzeit auf Dezember 2011 angelegt.

Das Erste, was Verzögerungen brachte, war der Winter. Durch Frost und Schnee standen die Bauarbeiten für mindestens 4 Wochen still. Folglich war das Ende der Umgestaltung auf Januar 2012 verschoben.

Im Jahr 2011 fanden wieder Kommunalwahlen statt – und der Buchrainplatz war immer noch eine einzige Baustelle.

Die nächste Überraschung erwartet die Bauarbeiter dann bei den Tiefbauarbeiten. Die Leitungen unter dem Buchrainplatz waren teilweise so marode, dass man sie erneuern musste. Es hätte auch nichts gebracht, dies aufzuschieben und dann gleich nach Fertigstellung den Platz wieder aufzureißen und Leitungen zu verlegen. Des Weiteren waren unter dem Buchrainplatz noch Gebäudereste aus dem Zweiten Weltkrieg. In diesen Gebäuderesten befanden sich auch noch Hohlräume, die verfüllt werden mussten. Es wollte ja schließlich keiner, dass durch den auf dem Buchrainplatz stehenden Kran das ganze Areal irgendwann morgens eine Etage tiefer liegt. Durch diese zusätzlichen Bauarbeiten verschob sich der Fertigstellungstermin mittlerweile bis März 2012.

Der Winter 2011/2012 sorgte diesmal für eine 8-wöchige Unterbrechung der Bauarbeiten, so dass der Fertigstellungstermin abermals nach hinten korrigiert werden musste. Nach Angaben der Stadt Frankfurt am Main soll der Buchrainplatz Ende Juni 2012 fertiggestellt werden.

Für die Bevölkerung wird die Bauzeit des Buchrainplatzes dann 1½ Jahre gedauert haben. Ich durfte die Planungen und die Umgestaltung jetzt 12 Jahre begleiten. Die Oberräderinnen und Oberräder – insbesondere die Mitglieder des Bürgervereins Oberrad – haben sich jetzt 30 Jahre mit der Umgestaltung des Buchrainplatzes befasst.

Während des Projektes „Umgestaltung des Buchrainplatzes“ waren insgesamt
– 5 Oberbürgermeister: OB Wallmann (CDU), OB Brück (CDU), OB Hauff (SPD), OB von Schöler (SPD) und OB Roth (CDU),

– 4 Planungsdezernenten: StR Dr. Küpper (CDU), StR Dr. Wentz (SPD),
StR Schwarz (CDU) und BM Cunitz (GRÜNE) und

– 6 Ortsvorsteher: OV Gilles (CDU), OV Löffler (SPD), OV Gilles (CDU), OV Joras (CDU), OV Klapproth (GRÜNE), OV Winckler (SPD), OV Becker (CDU)

im Amt.

Bleibt letztendlich noch eine Frage offen: Was haben die Oberräder von der Umbaumaßnahme?

Die Oberräder erhalten einen großen Marktplatz. Dieser wird erstmal durch die Stadt Frankfurt am Main verwaltet, genauer gesagt von den Marktbetrieben.

Es bleibt zu hoffen, dass der neue Oberräder Marktplatz gut von Marktbeschickern angenommen wird und wir dann wieder einen samstäglichen Treffpunkt haben. Des Weiteren ist der Platz dann groß genug, um unsere Oberräder fest darauf Feiern zu können. Das Stadtteilfest, die Kerb und der Oberräder Weihnachtsmarkt können dort veranstaltet werden.

Auch, wenn diese „Baustelle“ in unserem Stadtteil dann beseitigt ist, warten noch einige darauf, endlich in Angriff genommen und fertiggestellt zu werden. Stellvertretend möchte ich hier die folgenden Projekte nennen:

  1. Schaffung von zusätzlichen Spielkapazitäten für die Spielvereinigung Oberrad 05; zum einen die Umwandlung des Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz und zum anderen der Bau eines dritten Spielfeldes
  2. Schaffung eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Oberrad im Stadtteil Oberrad
  3. Bau einer Sporthalle für die TSG Oberrad
  4. Sanierung und Umgestaltung der westlichen Offenbacher Landstraße

Ich könnte die Liste jetzt noch um einige Projekte fortsetzen, will es damit aber mal gut sein lassen. Wir haben in Oberrad noch einiges vor uns und der Ortsbeirat 5 ist für jegliche Unterstützung und konstruktive Kritik dankbar.

Author: Christian Becker

Familiencafé in Oberrad

In Oberrad eröffnet das Nachbarschaftszentrum Ostend ab dem 17.04.2012 jeden Dienstag ein Familiencafé.
Das Familiencafé ist ein offenes Angebot an junge Familien, die sich einmal wöchentlich bei einer Tasse Kaffe und einem kleinen Frühstück in einer angenehmen Atmosphäre treffen.
Gemeinsam können Eltern Gespräche über dies und das führen, Interessen und Ideen austauschen, neue Kontakte knüpfen, Spielen und Singen.

Termine:     jeden Dienstag von 09.30 – 11.30 Uhr
Ort:         Pavillion der Gruneliusschule, Wiener Straße 13, 60599 Frankfurt
Das Angebot ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich
Träger:    Selbsthilfe- und Nachbarschaftszentrum Ostend e. V;
Telefon: 069-439645, e-Mail info@nbz-ostend.de