Oberräder Kerb – Ein Gastbeitrag von Peter Keller

Am Wochenende vom 11.–13.07.2015 fand die Oberräder Kerb statt. In diesem Zusammenhang gab es eine Menge Kommentare in facebook. Bei einigen Kommentaren war zu erkennen, dass das Hintergrundwissen zum Thema Kerb nicht sehr groß bzw. gar nicht vorhanden ist.
Als Vorstandsmitglied der KG Wespen und Mitverantwortlicher für die Kerb, möchte ich versuchen einige Dinge klar zu stellen.
Die Geschichte der Oberräder Kerb geht bis in’s Jahr 1720 zurück. Soweit müssen wir aber nicht gehen. Es reicht wenn wir in das Jahr 1977 blicken. In diesem Jahr hat Stadtbezirksvorsteher Josef Flügel gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr (FF genannt) und der KG Wespen ( KGW genannt) die Kerb neu organisiert. Das Kerbetreiben der FF und der KGW fand hinter und in der Turnhalle statt. Es gab einen Biergarten, Grill, Samstags Kerbetanz und Sonntags den Frühschoppen. Die Fahrgeschäfte und Buden der Schausteller befanden sich schon damals auf dem Festplatz der „Villa Bonn“ und waren unabhängig von der FF und der KGW.
Nachdem die Stadt Frankfurt 1996 die Selbstverwaltung der Turnhalle an die TSG übergab, war die Möglichkeit hinter und in der Turnhalle die „Wespenkerb“ zu veranstalten nicht mehr gegeben.
Also stand die KGW vor der Frage wie es weitergehen soll. Ganz aufhören oder auf den Marktplatz auszuweichen. Die Mitglieder der KGW entschieden sich für letzteres.
Das hatte leider die Teilung der Kerb zur Folge und war sicherlich keine optimale Lösung, aber wir wollten die Tradition der Kerb erhalten.
Nicht richtig ist die Behauptung, dass die KGW von der Turnhalle zum Marktplatz umgezogen ist, um mehr Geld zu verdienen. Wir wären gerne an bzw. in der Turnhalle geblieben.
Das Kerbetreiben der KGW wurde durch den Umbau des Buchrainplatzes für zwei Jahre unterbrochen. In den Jahren 2011 und 2012 sind aus Kostengründen die Schausteller nicht mehr nach Oberrad gekommen.
Da nicht abzusehen war wie lange der Umbau des Buchrainplatzes noch dauert, beschlossen die Mitglieder der KGW ihre „Wespenkerb“ auf dem Festplatz der „Villa Bonn“ zu veranstalten.
Das hatte zur Folge, dass die Schausteller Traber und Schlecht anfragten, ob sie sich anschließen können. So fand 2013 die erste Kerb in dieser Zusammensetzung statt.
Es ist ein Kompromiss zwischen „Wespenkerb“ und „Schaustellerkerb“.
Die KGW ist für die Organisation, den Kerbeumzug, Kerbebaum (gemeinsam mit d. FF) Biergondel, Garnituren, Schirme und den Musiker zuständig.

Wichtig: Auch heute noch bestimmen die Schausteller welche Fahrgeschäfte und Buden sie mitbringen.

Leider ließ der Besuch in den letzte drei Jahren zu Wünschen übrig.
In einigen Kommentaren gab es auch den Vorschlag die Organisation der Kerb auf mehrere Vereine zu verteilen. Grundsätzlich ein guter Gedanke. Für gemeinsam Aktivitäten der Vereine ist aber der Vereinsring Oberrad als Dachorganisation zuständig. Wie schwierig sich die Zusammenarbeit mehrer Vereine gestaltet, sieht man jedes Jahr beim „Stadtteilfest“ des Vereinsrings. Sowohl beim Auf- und Abbau, als auch bei der Besetzung der Biergondel (einzige Einnahmequelle des VR) ist es sehr schwierig genügend Helfer zu finden. Trotzdem, über den Gedanken mit mehreren Vereinen etwas auf
die Beine zu stellen, sollte man nicht aus den Augen verlieren.
Die KGW war, ist und wird sich als Traditionsverein, auch in Zukunft für die Erhaltung der wenigen Traditionen im Stadtteil Oberrad einsetzen und gerne mit allen anderen Vereinen zusammenarbeiten, das haben wir immer wieder unter Beweis gestellt.
Ich hoffe der Artikel hat zum Verständnis der Situation der Oberräder Kerb beigetragen.
Diskutieren, Meinungen äußern und konstruktiv kritisieren ist gut und wichtig, solange es sachlich und ohne Polemik geschieht. Das war leider bei einigen Kommentaren nicht der Fall. Schade.

Das war es von meiner Seite, mal sehen wie es nächstes Jahr im Juli aussieht.

Peter Keller

KG Wespen

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