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PER MAUSKLICK DURCHS QUARTIER
Virtueller Rundgang durch die Wohnstraße
Stadtteile präsentieren sich zunehmend in Internet-Portalen / Vereine, Einzelhändler und Privatpersonen als Anbieter
FRANKFURT. Die Ergebnisliste scheint unendlich lang. Wer im Internet mit dem Suchprogramm des Anbieters Google mit der Wortverknüpfung "Frankfurt + Stadtteile" eine Anfrage startet, erhält eine Auflistung, die rund 1,7 Millionen Einträge und Adressen umfassen soll. Das beeindruckende und zugleich unübersichtliche Ergebnis könnte als vermeintliches Indiz für die Vielfalt und Lebendigkeit der Stadtteile und ihrer Präsenz im Internet gewertet werden. Vorrangig signalisiert die hohe Trefferquote aber nur, dass die Suche im Internet nach Informationen über Frankfurts Stadtteile konkretisiert werden sollte: Internetnutzer, die gezielt nach einem Bezirk suchen, können auf sogenannte Stadtteil-Portale treffen, die zunehmend für die einzelnen Quartiere betrieben werden.
Unter
www.oberrad.net,
www.praunheim.biz und
www.main-gallus.de sind beispielsweise elektronische Plattformen einzelner Stadtteile zu finden. Die Internet-Adressen reduzieren sich zumeist auf den Namen des Quartiers. Zu finden sind sie nicht nur unter der Domain "de", sondern auch unter anderen Endungen wie "biz" oder "net". Gemeinhin laden die Portale zu einem virtuellen Rundgang durch den Stadtteil ein.
Internetnutzer können dort auf die unterschiedlichsten Inhalte treffen: Von rudimentären Angaben zur Geschichte eines Quartiers und dort ansässigen öffentlichen Einrichtungen bis hin zum fast umfassenden Abbild des Stadtteillebens reichen die Darstellungen. Unter der Adresse
www.oberrad.net lässt sich der Auftritt des "idyllischen Stadtteils in Frankfurts Süden" starten, wie es auf dessen Eingangsseite heißt. Besucher können sich einen Überblick verschaffen über die sozialen, kulturellen, gastronomischen und gewerblichen Angebote des Stadtteils. Über eigene Links sind diese jeweils aufzurufen.
Per Mausklick kann ein fotografischer Rundgang durch den Stadtteil angetreten, ein kurzer Abriss der Oberräder Geschichte angezeigt, in Schwarzweißaufnahmen vergangener Jahrzehnte gestöbert oder die Bedeutung von Straßennamen erfahren werden. Nützlich und offensichtlich viel genutzt - wie die Zahl der Einträge zeigt - ist die Rubrik "Klassentreffen". Ehemalige Schüler der in Oberrad ansässigen Gruneliusschule können ihre Adressen und Telefonnummern einstellen und auf diesem Wege Kontakt zu ehemaligen Klassenkameraden finden.
Betrieben wird das Stadtteilportal von dem 33 Jahre alten Horst Sauer. Keine kommerziellen Interessen, sondern einzig die Verbundenheit zum Stadtteil, in dem er aufgewachsen sei, seien der Anstoß gewesen, die Präsentation vor sieben Jahren einzurichten. Damals habe es noch keine anderen Internetseiten zu Oberrad gegeben. Das Portal zu pflegen - also vorrangig Termine für Veranstaltungen zu aktualisieren - sei nicht aufwendig, sagt Sauer, der beruflich als Web-Designer tätig ist.
Das Interesse für das unmittelbare Wohnumfeld stand ebenso zu Beginn des privat von Achim Mittler betriebenen Portals
www.frankfurt-nordend.de. Der heute 51 Jahre alte Wahl-Nordendler hatte sich vor zehn Jahren eine Wohnung im Stadtteil gekauft. Weil er mehr über die Geschichte der Immobilie, aber auch der umliegenden Straßen erfahren wollte, habe er damals zu recherchieren begonnen. Aus den gesammelten Daten, Geschichten, Urkunden, Stichen und Büchern sei schnell eine umfassende Chronik des Stadtteils entstanden. Weil ihm vergleichbare Darstellungen nicht bekannt gewesen seien, hatte sich Mittler, der in der IT-Abteilung der Deutschen Bibliothek beschäftigt ist, dann 2001 entschlossen, seine Erkenntnisse im Internet öffentlich zu machen. Angereichert hat er die Chronik mit Karten, Bildern, Vorschlägen für Spaziergänge und Angaben zu Baudenkmälern.
Vergleichbare Seiten mit Informationen zum Nordend lassen sich im Internet nicht auf Anhieb finden. In Oberrad unterdessen sind auch der Vereinsring und der Bürgerverein mit allgemeinen Angaben zum Stadtteil ins Netz gegangen. Und der örtliche Gewerbeverein gestaltet derzeit ebenso eine Internetseite. Wie in Oberrad bemühen sich in anderen Stadtteilen neben Privatpersonen auch vereinzelt kommerzielle Betreiber, zumeist aber übergeordnete Organisationen um den Quartiersauftritt im weltweiten Datennetz: Seit vergangenem Jahr ist etwa auch Niederrad durch die Homepage der Interessengemeinschaft Niederräder Geschäftsleute im Internet vertreten.
Als beispielhaft gilt das Portal
www.heddernheim.de, das im Jahr 2002 von dem Medien-Techniker Frank Schmitt und seinem Kompagnon Hans-Ullrich Repp gegründet wurde und mit zahlreichen, auch aktuellen Informationen zum Stadtteil aufwartet. Für seinen Auftritt wurde das Portal, das inhaltlich zwischenzeitlich auf Praunheim, Niederursel und Eschersheim ausgeweitet wurde, vom zuständigen Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) sogar mit dem "Stadtteilpreis" ausgezeichnet.
BERND GÜNTHER
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Rechteerwerb für die Veröffentlichtung auf der Internetseite www.oberrad.net durchgeführt am 22.03.2007 - 17:30:49, Verwendungsdauer: 3 Jahre